Mittwoch, 3. August 2016

Das Privacy-Shield-Abkommen – Stärkung des Grundrechts auf Privatsphäre oder ein bloßes Versprechen der US-Regierung



Europäisches Parlament, Privacy-Shield 

Das Privacy Shield Abkommen ist ein Datenschutzabkommen zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union. Es soll im Laufe des Jahres 2016 die bisherige Safe-Harbor Regelung ersetzen. Jedoch betrachten manche Beobachter das Abkommen als Farce.

Max Schrems, ein österreichischer Datenschutzaktivist, sprach auf Twitter von einem "Bullshitbingo": Es werde mit Begriffen wie Vertrauen und Transparenz herumgeworfen, ohne dass das Abkommen Substanz hätte. "Die USA versichern, dass es keine Massenüberwachung der Daten geben wird". "Wie wird das angestellt?" (Zeit Online 2016).

Ein Österreicher beendet Safe-Harbor


Max Schrems ist seit letzten Herbst weltweit bekannt. Er legte bei der irischen Datenschutzbehörde Beschwerde ein, "weil er im Hinblick auf die Enthüllungen von Edward Snowden der Ansicht war, seine von Facebook Irland an Server in den USA übermittelten Nutzerdaten seien in den Vereinigten Staaten nicht hinreichend geschützt" (BFDI 2015).

Mit seiner Klage im Ausgangsverfahren konnte er letztlich ein Urteil des EuGH erstreiten, das dazu führte, dass das damalige Datenschutzabkommen "Safe-Harbor" für ungültig erklärt wurde. Von nun an konnten Datenübermittlungen aus der EU in die USA nicht mehr auf Safe-Harbor gestützt werden.
"Grund für das Urteil des EuGH, die zuvor geltende Safe-Harbor-Regelung abzulehnen, war dessen Unvereinbarkeit mit der europäischen Grundrechtecharta" (Netzpolitik.org 2015).
Durch das Safe-Harbor-Abkommen konnten die persönlichen Daten von EU-Bürgern vor geheimdienstlichen Überwachungsaktivitäten der USA nicht adäquat geschützen werden. Dies sollte sich mit dem Nachfolge-Abkommen "Privacy-Shield" ändern.

Am 2. Februar 2016 fanden nach zweijährigen Verhandlungen die Europäische Kommission und das US-amerikanische Handelsministerium eine politische Einigung über einen neuen Rahmen für den transatlantischen Austausch von personenbezogenen Daten zu kommerziellen Zwecken: Ergebnis ist das "Privacy-Shield-Abkommen"‘ (European Commission 2016). Wird das Privacy-Shield seinem Namen gerecht?

Donnerstag, 21. Juli 2016

Phishing

Phishing setzt sich aus den beiden Wörtern "Password" und "fishing" zusammen. Darunter versteht man den Versuch, durch das Verschicken von gefälschten Webseiten via E-mail an persönliche Daten eines Internet-Benutzers zu gelangen und damit Identitätsdiebstahl zu begehen.

Sie tarnen sich als seriöse Bank oder Firma und fordern den Internet-Benutzer auf, seine Kontaktdaten zu aktualisieren. Hierfür sind die Betrüger sehr kreativ: es sei zum Beispiel die Kreditkarte abgelaufen, das Passwort müsse erneuert werden, die Zugangsdaten seien verloren gegangen oder aus Sicherheitsgründen müssen Kontoinformationen bestätigt werden. 

Der Inhalt dieser Phishing Mails wirkt auf den ersten Blick täuschend echt, da diese in einem HTML-Format angezeigt werden und sie dabei dann einen "offiziellen" Link angeben, hinter dem sich jedoch tatsächlich ein ganz anderer Link verbirgt. Der Benutzer wird für die Dateneingabe über diesen Link auf eine Internetseite geführt, welche zum Beispiel der Banken oder Firmen-Homepage ähnlich sieht. Auf den ersten Blick scheint alles ganz normal, selbst die Eingabeformulare sehen gleich aus. Jedoch gibt es viele Möglichkeiten, trotz dieser täuschend echten E-mail oder Webseiten, eine solche Phishing-Mail zu erkennen.
  • Grammatik- und Rechtschreibfehler
  • E-mail in fremder Sprache
  • fehlender Name ("Sehr geehrter Kunde")
  • es besteht ein "dringender Handlungsbedarf"
  • Eingabe von Daten
  • E-mail enthält eine Aufforderung zum Öffnen einer Datei
  • E-mail beeinhaltet einen Link oder eingefügte Formulare
  • erstmaliges Schreiben via E-mail der Bank oder Firma
  • eine Bank würde niemals per E-mail den Kunden wegen der Daten kontaktieren


Montag, 18. Juli 2016

Saferinternet.at - das Internet sicher nutzen

Die Internetseite, die ich vorstellen möchte, ist aus Österreich, daher sind einzelne Aspekte auf Österreich ausgerichtet. Jedoch enthält diese Seite viele wichtige und nützliche Informationen, die auch in anderen Ländern von Nutzen sind. Saferinternet hat sich zur Aufgabe gemacht, über verschiedene Gefahrenbereiche im Internet aufzuklären. Hierzu zählen:
  • Cybermobbing, 
  • Digitale Spiele, 
  • Datenschutz, 
  • Handy & Smartphone, 
  • Internet-Betrug,
  • Online-Shopping
  • Sexualität & Internet, 
  • Urheberrechte und 
  • Viren, Spam und Co. 
Zu jeder Rubrik gibt es 4 Unterkapitel. Dazu gehört das Unterkapitel "FAQ", hier sind alle wichtigen und häufig gestellten Fragen mit Antworten aufgelistet. Des Weiteren gibt es das Unterkapitel "Tipps", das für jeden Bereich 10 nützliche Tipps gibt. Im dritten Unterkapitel "Materialien" werden zu jedem Bereich Broschüren und Schulmaterialien aufgezeigt, um für den Bereich zu sensibilisieren. Im letzten Unterkapitel "Videos" finden sich zahlreiche Filme zu dem jeweiligen Bereich.

Auf der Internetseite gibt es noch Informationen für verschiedene Personengruppen. So gibt es für Lehrende, Eltern, Jugendliche und Senioren eigene Rubriken, in denen spezifische Fragen beantwortet werden. Hier können beispielsweise Lehrende Fragen zu WhatsApp und Facebook stellen. Die Fragen sind den einzelnen Bereichen, die oben schon genannt wurden, zugeordnet. Zudem gibt es Verweise zu anderen Internetseiten und Hinweise und Tipps für das richtige Nutzen von Inhalten aus dem Internet.So finden sich zu WhatsApp und Facebook Richtlinen und Tipps für das richtige Nutzen.

Eine weitere Rubrik, die die Bezeichnung "Extras" hat, umfasst verschiedene Angebote der Seite, dazu gehören unter anderem Leitfäden zur Privatsphäre, Tests und ein Quiz, um sein Wissen über das Internet zu testen, und noch vieles mehr. Hier kommt ihr zu der Startseite von Saferinternet.at:

Sonntag, 17. Juli 2016

Debatte zu digitalen Grundrechten

Seit Ende 2015 sind in der Zeit einige lesenswerte Gastbeiträge erschienen, die aufeinander reagieren und eine interessante Debatte bilden. Während es am Anfang primär um netzpolitische Themen geht (Datenschutz, digitale Grundrechte), befasst sich der Beitrag von Bernhard Pörksen mit digitaler Bildung:

Montag, 11. Juli 2016

Ratgeber Internet-ABC

Die Website "internet-abc wissen, wie´s geht!" ist ein Ratgeber, der Hilfestellung und Informationen über den sicheren Umgang mit dem Internet für Lehrkräfte, Eltern und Kinder zugleich bereitstellt. 


Auf der Seite für Lehrkräfte können Lehrpersonen Anregungen bzw. Material für ihren Unterricht finden oder sie finden hilfreiche Erläuterungen und Informationen, warum das Internet Thema in der Schule sein sollte und zeigt dies an Beispielen zu den Themen Datenschutz und Urheberrecht, Prävention und Aufarbeitung von Cybermobbing etc. Im Bereich Aktuelles wird über aktuelle Termine, Veranstaltungen und Initiativen berichtet.

Für Eltern:

Auch für Eltern hält die Website viele sicherlich hilfreiche Informationen bereit. Es werden Fragestellungen der Medienerziehung aufgearbeitet wie: "Wann und wie lange dürfen Kinder ins Internet?", "Welche Angebote sind hierfür geeignet und worauf sollte ich als achten?". Der Mediennutzungsvertrag bietet hierfür passende Hilfe und Anleitung. Eltern und Kinder können so aus voreingestellten Regeln und der Möglichkeit des Hinzufügens eigener Regeln einen gemeinsamen Vertrag ausarbeiten. Das Tool bietet Eltern also einen Anlass, sich über Erfahrungen auszutauschen und eine klare Vereinbarungen zu treffen.

Für Kinder:

Das Herzstück der Website bildet aber sicherlich der Bereich für Kinder. Über die interaktiven Lernmodule des Internet-ABC bilden die Kinder der Klassen 3 bis 6 sich selbstständig über das sichere Verhalten im Netz weiter. Die vertonten und jeweils einem Überthema zugeordneten Module bieten einen spielerischen Zugang zu den Themen und können sowohl im Unterricht als auch privat wunderbar genutzt werden. Über zahlreiche Übungen, Rätsel und Spiele werden die komplexen Inhalte kindgerecht vermittelt und vertiefen das Erlernte. Testen können die Kinder das Erlernte danach beim Surfschein. Wer das Spiel oder das Quiz erfolgreich durchläuft, ist fit fürs Netz und erhält den Internet-Führerschein zum Ausdrucken. Zu guter letzt finden die Kinder über den Hausaufgabenhelfer nützliche Link-Tipps für die Schule wie für den Freizeitgebrauch.

Wie man sieht, eine sehr umfangreiche und gut gestaltete Informationsquelle für Lehrer, Eltern und Kinder. Weitere Information und Euer eigenes Wissen überprüfen oder erweitern könnt Ihr jeweils unter den Absatzüberschriften oder alternativ über einen Artikel über Gefahren im Netz auf der Elternseite von "internet-abc Wissen wie´s geht!": Gefahren im Netz

ZDF-Doku "Schöne neue Welt"

Die Dokumentation "Schöne neue Welt" von Klaus Kleber berichtet über die neuesten Entwicklungen im Silicon Valley und zeigt, mit welchen innovativen Ideen - solchen, die über Nacht zu 1 Milliarde wertvollen Start-Up Unternehmen werden können, den sogenannte Unicorns - die Visionäre der kalifornischen Hightech-Firmen die Welt verändern wollen.

Gleichzeitig wird innerhalb der knapp 1 Stunde dauernden Dokumentation auch kritisch hinterfragt, was diese Automatisierung/Technisierung unserer Welt für Folgen für uns Endverbraucher haben wird. Hier der Link zur ZDF-Mediathek und zum gesamten Beitrag Schöne neue Welt Dokumentation von Klaus Kleber in der ZDF Mediathek.

Quizlet

Quizlet ist sowohl eine Internetplattform als auch eine App zum Erstellen und spielerischen Lernen von benötigtem Vokabular. Die Lehrperson kann selbst sogenannte "Study Sets" erstellen, welche dann in der Form eines Quiz den Schülerinnen und Schülern spielerisch das Vokabular beibringt. Die Schülerinnen und Schüler können die "Study Sets" entweder online im Browser oder über eine App auf ihren dauerhaften Begleitern, auf dem Smartphone öffnen.

Durch ein kostenpflichtiges Upgrade von 25 US$ pro Jahr können die Lehrpersonen auch Bilder bzw. selbst erstellte Audiodateien in die "Study Sets" einpflegen, um dadurch mehr Abwechslung und Anreiz zu schaffen. Nach dem Upgrade besteht für die Lehrperson auch die Möglichkeit, den Lernfortschritt ihrer Schülerinnen und Schüler zu beobachten.



Link zur Website: https://quizlet.com/

Samstag, 9. Juli 2016

Digitale Bildung - ein verkürzter Begriff?

Unlängst bin ich auf ein schönes Blog-Posting von Joachim Wedekind gestoßen, der sich Gedanken zum Begriff "Digitale Bildung" macht und zu dem Ergebnis kommt: "Digitale Bildung gibt es nicht!" Unabhängig davon, ob es sich lohnt, übermäßig viel Energie in Begriffsdiskussionen zu investieren, bietet der Beitrag eine hübsche Zusammenstellung jüngerer Initiativen und Beiträge zum Thema:
"Die Strategie der Bundesregierung zur Vorbereitung der Menschen auf die Anforderungen der Wissensgesellschaft trägt den Titel Digitale Bildung. Die Rede der Bundeskanzlerin beim vierten Nationalen MINT-Gipfel ist entsprechend überschrieben mit Digitale Bildung voranbringen …und beim nationalen IT-Gipfel am 16. November in Saarbrücken wird es einen Tag der Digitalen Bildung für alle! geben. Bei der Bayerischen Staatsregierung liegt die Zukunftsstrategie in Digitale Bildung in Schule, Hochschule und Kultur. Bei der SPD ist ihr Konzept Digitale Bildung die Antwort auf eine digitalisierte Welt. Eine Initiative von Verlagen und dem Verband der Bildungswirtschaft nennt sich Digitale Bildung Neu Denken. Auch bei der bpb gibt es den Themenschwerpunkt Digitale Bildung."

Donnerstag, 7. Juli 2016

Jihadistische Radikalisierung von Jugendlichen im Internet

In der heutigen Zeit hat jeder Jugendliche Zugang zum Internet. Und nicht erst seit kurzem nutzen radikale Gruppierungen das World Wide Web, um gezielt junge Menschen zu erreichen, die sich in einer schwierigen Phase ihres Lebens befinden. Diese Zielgruppe ist oft unglücklich oder unzufrieden mit ihrem Leben, sie hat wenig soziale Kontakte oder kein starkes soziales Umfeld. Auch diejenigen, die in der Gesellschaft nicht angekommen sind oder die das Gefühl bekommen, dass sie irgendwie nicht dazugehören, sind sehr anfällig für Radikalisierung.

Die raffinierte Propaganda dieser radikalen Gruppierungen spricht diese Jugendlichen stark an. Sie stoßen leicht auf hochemotionalisierende Inhalte, zugespitzte Botschaften oder islamistische Kriegspropaganda. Sie bekommen dadurch einen sehr einseitigen, pauschalisierten Eindruck von Konflikten, die immer auf einen Kampf der Ungläubigen gegen die Muslime reduziert werden. Auf diesem Weg wird oft eine vereinfachte "Welt der Guten und der Bösen" vermittelt, die für die Jugendlichen leichter zu verstehen ist als die komplizierte und intransparente Politik, die in den Nachrichten auftaucht.

Einige dieser im Internet kursierenden Videos haben einen ähnlichen Charakter wie ein Computerspiel - ein bei vielen Jugendlichen vertrautes Format. So wird den zu Radikalisierenden der Krieg als ein Abenteuer verkauft und soll so die Lust nach Adrenalin, Waffen und Kriegsrausch wecken. Im folgenden Video wird auf die Wirkung solcher Propagandavideos und die Rolle der in  Deutschland auftretenden Prediger näher eingegangen:


Auf der Seite der Bundeszentrale für poltische Bildung ist ein umfangreicher und aufschlussreicher Artikel zu finden: Jihadistische Radikalisierung im Internet und mögliche Gegenmaßnahmen

tutory.de - einfacher OER-Editor für LehrerInnen

Was ist es?

Haben Sie oft Probleme mit Word oder anderen Textverarbeitungsprogrammen, wenn Sie als LehrerInnen neue, ansprechende Arbeitsblätter für die Schule erstellen möchten? Dann könnte das Leipziger Startup tutory das Erstellen von Arbeitsblättern, Tests, Handouts und Infomaterialien erleichtern, denn genau hier möchten die Gründer ansetzen.

Was macht es?

Der noch im Beta-Status befindliche Browser-Editor für Dokumente möchte die Zusammenstellung von Lehrmaterialien vereinfachen. Besonders wichtig ist den Gründern eine einfache Bedienung und die Abschaffung der Problematik des Urheberrechts unter LehrerInnen, welche sich oft in einer rechtlichen Grauzone bewegen. Darüber hinaus ermöglicht tutory eine schnelle Organisation von Materialien, bezogen auf Schulart, Klassenstufe sowie Fach und will in der Zukunft auch den Austausch von Materialien fördern.

Wie kann ich es nutzen?

Die Anmeldung ist kostenlos und unkompliziert, man kann direkt loslegen und erste Versuche mit dem Editor starten.

Wo finde ich Hilfe?

Da sich das Projekt in der Beta-Phase befindet, fehlen noch einige Funktionen, die nach und nach hinzugefügt werden. Man kann sich jedoch erste Eindrücke verschaffen und findet erste Tutorials auf YouTube, unter anderem im offiziellen Kanal von tutory. Die Macher haben auch FAQ zusammengetragen.


Wer steckt dahinter?

Gefördert wird das Projekt von mehreren Seiten, unter anderem vom Social Impact Lab Leipzig und verschiedenen staatlichen Institutionen wie dem Europäischen Sozialfonds ESF oder dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Eine kurze Vorstellung des gesamten Projekts finden Sie auf der Homepage von gruenderszene.de.

Studie: Cybermobbing nimmt weiter zu

Nach einer Studie, die im Auftrag des Versicherungsunternehmens Arag vom Institut für Cyberpsychologie und Medienethik in Köln durchgeführt wurde, nimmt Cybermobbing in letzter Zeit immer weiter zu. Mit einer Reihenbefragung von 64 Fachleuten und Wissenschaftlern aus sieben Ländern bietet die Studie einen Überblick über den Stand des Cybermobbings.

Die Studie fand heraus, dass Opfer und Täter von Cybermobbing immer jünger werden, wodurch die Gefahr anhaltender psychischer Verletzungen steigt. Es sind aber auch Erwachsene  von Cybermobbing betroffen, bei denen die Angriffe sowohl auf das private als auch das berufliche Umfeld abzielen.

Außerdem zeigt die Studie, dass Smartphones den Einstieg zu Cybermobbing-Taten erleichtern, aber nicht das alleinige Mobbingmittel sind.

Catarina Katzer, die Leiterin des Institut für Cyberpsychologie und Medienethik, bemängelt vor allem in Deutschland die mangelhafte Bekämpfung und Vorbeugung von Cybermobbing. Im Gegensatz zu Ländern wie Großbritannien, Norwegen oder den Niederlanden fehle es in Deutschland sowohl an Konzepten für Schule und Lehrerausbildung als auch an Hilfe- und Beratungsangebote für Betroffene. Der gesamte Artikel auf faz.de

Mittwoch, 6. Juli 2016

Internet Scamming - Was ist das?

Ein Scam ist ein Internetbetrug, bei dem ein Gewinn oder eine Notsituation vorgetäuscht wird. Durch Online-Plattformen gelangen kriminelle, zumeist in Afrika oder Jamaika lebende "Onlinegangster" an Adressen von diversen Nutzern. Den Opfern wird von einer sicheren Geldquelle erzählt oder - wie es vor einigen Jahren der Fall war - von einem nigerianischen Geschäftsmann, welcher angeblich Geld benötigte, um sein Vermögen aus Nigeria zu holen. Im Gegenzug sollten die Betroffenen eine wesentlich größere Summe zurückerhalten.

Den Betroffenen erscheint diese Lüge oft plausibel und sie schicken Geld an die angegebene Adresse in der Hoffnung, die versprochene Summe bald zu bekommen. Die meisten Opfer sehen ihr Geld nie wieder, und auch die Kriminellen werden in den meisten Fällen nicht erwischt. Man spricht auch oft von einer modernen Variante des Vorschussbetruges.

Zumeist sind ältere Menschen betroffen, jedoch scheinen die Scammer es auf alle Altersgruppen abgesehen zu haben. Auch ich selbst bekam vor einigen Wochen eine entsprechende Mail. Damit Menschen immer seltener darauf reinfallen, sollte man die Öffentlichkeit darüber informieren, wie mit so einem Betrug umgegangen werden soll. Link: http://www.sat1.de/ratgeber/sicherheit-im-internet/was-ist-ein-scam https://de.wikipedia.org/wiki/Vorschussbetrug

Cyberstalking

Cyberstalking ist eine digitale Form von Stalking. Während Stalking im herkömmlichen Sinne im öffentlichen Raum, im realen Leben passiert, ist die Besonderheit von Cyberstalking das Auftreten im digitalen Raum, im Internet.

Dieser Angriff auf eine Person kann schwerwiegende Folgen haben, da die Möglichkeiten sehr vielfältig sind und die zunehmende Digitalisierung bzw. die immer stärker werdende Vernetzung und Verknüpfung auch mit dem realen Leben das Schadenspotential stark erhöht.

Von Cyberstalkern genutzte Bereiche sind z.B. das Versenden von E-Mails, das Erstellen von Angeboten und Inseraten jedweder Art, der Kauf bzw. die Bestellung von Artikeln aller Art, der Missbrauch von veröffentlichten Fotos, Videos oder anderer persönlicher Daten sowie das Erstellen von Blogs oder ganzer Homepages.

Diese Aufzählung mag in Teilen "nicht so schlimm" wirken, kann jedoch in ihrer Gesamtheit und bei entsprechendem Aufwand und Wissen des Stalkers zu einer massiven Beeinträchtigung der Lebensqualität einer gestalkten Person führen. Hinzu kommt, dass die von vielen geschätzte Anonymität im Internet dem Cyberstalker überhaupt erst die geschützte Angriffsposition ermöglicht.

Eine sehr eindrückliche Geschichte zu einem bekannten Fall wird im Zeit Magazin skizziert. Der Autor Caspar Mierau und seine Familie werden Opfer eines äußerst aggressiven Stalkers.

Montag, 4. Juli 2016

Serious Games / Game Based Learning

Die Bedeutung des Spiels für die Kultur

Bevor wir uns der genauen Funktion der Serious Games zuwenden, möchte ich noch einen kurzen Blick auf das Spielen und dessen Bedeutung für unsere Kultur werfen. Spielen ist für den Menschen von existenzieller Bedeutung. Schon nach der Geburt fängt der Mensch mit dem Spielen an. Durch den Vorgang des Spielens erschließt er sich seine Welt. Das Spiel mit seinen Spielprinzipien hat eine, im Sinne C.G Jungs, archetypische Bedeutung. Es wird in jeder Kultur gleich verstanden.

Das Spiel ist wie eine Bühne, die uns dazu einlädt, Dinge auszuprobieren. Auf ihr haben wir die Möglichkeit, Erfahrungen, gesellschaftliche Problematiken erforschen und bearbeiten zu können, ohne Schaden dabei zu nehmen. Im Spiel können wir verschiedene Positionen einnehmen und erproben und damit einen Perspektivenwechsel vornehmen. Dazu gehört, dass wir uns verkleiden oder in ein anderes Geschlecht schlüpfen können.

Spielen ist ein Ort, ein Raum in dem wir uns ohne Druck und Hemmungen ausprobieren dürfen. Durch Spielen erschließen wir uns die Gesellschaft. Spielräume werden benötigt, um sich in eine Kultur integrieren zu können. Der Prozess des Spielens ist auch ein Vorgang der Reflexion, in dem wir uns aktiv mit dem gesellschaftlichen Leben auseinandersetzen und dadurch zu einer anderen Betrachtungsweise kommen.

In der spielerischen Handlung kommt es zur sprachlichen und kommunikativen Auseinandersetzung mit den Mitspielenden. Spielen beinhaltet auch konstruktivistische Ansätze, die es mir ermöglichen, die dabei gesammelten Erfahrungen in meine Sicht von der Welt zu konstruieren. Dies wird dadurch ermöglicht, dass ich den von mir vollzogenen Handlungen Sinn und Bedeutung zuschreiben kann.

Während des Spielens entsteht ein Flow, der einen tief in das Spiel eintauchen lässt. In diesem Zustand findet ein besonders intensives und dauerhaftes Lernen statt. Als Erzieher mit elfjähriger Berufserfahrung konnte ich diesen Zustand schon mehrmals bei Kindern beobachten.

Durch den Einsatz von Sprache, Kommunikation, Handlung und Ausdruck ist das Spiel bzw. das Spielen als mediale Praktik zu begreifen. Das gleiche gilt für Computerspiele und Serious Games. Gut gemachte Serious Games beinhalten diese positiven Eigenschaften des Spiels (vgl. Schrammel, Mitgusch 2009, S. 1-16 Computerspiele als medial-kulturelle Praktik).

Warum spielen wie eigentlich. Ein Beitrag aus der Sendung W wie Wissen:


Was sind Serious Games?

Der Begriff und seine Bedeutung

Der Begriff Serious Games hat eine vergleichsweise junge Geschichte. Er ist auf Clark. C. Abt zurückzuführen, der diesen Begriff erstmals 1970 in seinem gleichnamigen Buch erwähnte. Zunehmende Bedeutung erlangte der Begriff im Jahr 2002, als die amerikanische Armee ein Computerspiel mit dem Titel "American's Army" entwickelte. Es wurde zum Rekrutieren von Soldaten eingesetzt.

Samstag, 2. Juli 2016

YouNow – Express Yourself


Thammi96 (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Younow_logo_neu.png), „Younow logo neu“, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/legalcode
Das 2011 von Adi Sideman ins Leben gerufene Portal hat es sich zum Ziel gesetzt, Menschen durch Live-Streams zu verbinden. Jeder hat die Möglichkeit, sich über sein Facebook-, Google-, Twitter- oder Instagram-Konto unter younow.com zu registrieren. Der Nutzer muss mindestens 13 Jahre alt sein, dies wird allerdings vom Portal nicht überprüft. Bei YouNow hat jeder User die Möglichkeit, anonym Streams der anderen User anzusehen und zu kommentieren oder selbst zu streamen.

Der Name YouNow (= DuJetzt) beschreibt die Plattform relativ gut. Im Unterschied zu anderen Streaming-Portalen läuft der Stream bei YouNow live und jeder kann diesen öffentlich kommentieren, Fragen stellen oder Geschenke in Form von Emojis oder Likes senden. Durch diese Wertschätzungen kann der Streamer in einer Rangliste aufsteigen, die von der Zuschauerzahl und der Bekanntheit abhängig ist. Viele User berichten Alltägliches oder Privates. Andere zeigen ihre Talente, indem sie vorsingen oder zeichnen. Doch gibt es auch Prominente, welche die Plattform nutzen, um sich zu promoten.

Vor allem bei der jungen Generation (unter 16 Jahren) ist YouNow sehr beliebt. Durch diese Beliebtheit ist der Dienst in den letzten Jahren zu einem der populärsten und erfolgreichsten Live-Stream-Portalen für Kinder und Jugendliche im Internet aufgestiegen.

Viele YouTube-Stars wechselten oder erweiterten ihren Online-Auftritt in den letzten Jahren um YouNow. Dies steigerte die Popularität so sehr, dass Anfang des vergangenen Jahres 16 Millionen Streams pro Monat aus Deutschland gesendet wurden.

Die Seite ist aber definitiv nicht ungefährlich. Denn auch wenn es laut Nutzungsbedingungen nicht erlaubt ist, Streams mit Minderjährigen (unter 13 Jahren) oder mit sexuellen Inhalten zu zeigen, wird dies bisweilen nicht rechtzeitig gestoppt.

Jugendschützer, Behörden und deutsche Medien kritisieren an diesem Portal vor allem das Fehlen einer Altersverifizierung und den Umstand, dass bei YouTube verbotene Neonazi-Live-Sendungen auf YouNow ausweichen.

Außerdem ergab eine wissenschaftliche Studie zu YouNow, dass es häufig zu Rechtsverletzungen während der Streams komme. Demnach würden ungefähr 37% aller Broadcasts gegen das Urheberrecht verstoßen, da im Hintergrund - nach deutschem Recht - urheberrechtlich geschützte Musik abgespielt wird. Weitere 12% verstoßen durch das Auftreten Dritter oder der Nennung deren Namen gegen Persönlichkeitsrechte, in 8% werden Dritte beleidigt oder bloßgestellt. Außerdem werden in weiteren 8% Minderjährige beim Drogen- und oder Alkoholkonsum gezeigt. Hingegen spielen pornografische Handlungen nur in 0,9% aller Streams eine bildliche Rolle. Sexuelle Andeutungen und Aufforderungen sind hier nicht eingerechnet.

Freitag, 1. Juli 2016

Autonomes Fahren

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/9f/Inside_the_Google_RoboCar_today_with_PlanetLabs.jpg
jurvetson (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Inside_the_Google_RoboCar_today_with_PlanetLabs.jpg), „Inside the Google RoboCar today with PlanetLabs“, https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/legalcode

Nachdem ich heute Morgen von dem Unfall eines Tesla-Autos mit autonomen Fahren in den Nachrichten gelesen habe, in dem der Fahrer tödlich verunglückte, habe ich mich weiter zu dem Thema informiert und bin auf mehrere interessante Artikel gestoßen.

Beim autonomen Fahren fährt das Auto von selbst, ohne dass der "Fahrer" etwas dazu beitragen muss. Das autonome Fahren ist momentan ein großes Thema für die Autohersteller. Interessant ist, dass dabei nicht nur Autohersteller an dem Entwicklungsprozess teilnehmen. So haben sich zum Beispiel BMW (Autohersteller), Intel (Chiphersteller) und Mobileye (Kameratechnikspezialist) zusammengetan, um eine Software zu entwickeln, die das autonome Fahren ermöglichen soll. Weitere Informationen dazu hier. Doch auch andere Firmen, wie zum Beispiel Google, die eigentlich nichts mit der Autoindustrie zu tun haben, beteiligen sich an diesem Wettbewerb. Mehr dazu hier

Momentan befinden sich die selbstfahrenden Autos noch in den Testphasen. Dass noch viel getan werden muss, zeigt der heutige Unfall des Tesla-Autos. Zum Artikel über diesen Unfall geht es hier. Am 1. März diesen Jahres gab es schon einmal einen Unfall eines selbstfahrenden Autos. Dieser Unfall ohne großem Personenschaden wurde von einem Google-Auto verursacht. Den Artikel zu diesem Unfall findet man hier

Neben den notwendigen technischen Verbesserungen der Software für ein sicheres Fahren für alle Verkehrsteilnehmer, sind noch viele weitere Aspekte zu klären. Eine der größten ethischen Fragen ist die Frage, wie ein selbstfahrendes Auto angesichts eines wahrscheinlichen Unfalls verhalten soll. Je nach Programmierung kann die Software so reagieren, dass möglichst viele Menschen gerettet werden, oder so, dass die Insassen im fahrenden Auto möglichst gerettet werden. Umfragen aus den USA haben gezeigt, dass die Menschen ein selbstfahrendes Auto deutlich weniger oft kaufen würden, wenn es möglichst viele Leben statt vor allem erstmal das eigene Leben retten würde. Genaueres zum Nachlesen hier

Darüber hinaus führt das autonome Fahren zu einer großen Rechtsunsicherheit. Wenn ein Unfall von einem selbstfahrenden Auto verursacht wird, wer trägt die Schuld? Die Software oder der Insasse, der am Steuer saß? Weiteres dazu hier.

Zusammenfassend kann man sagen, dass das autonome Fahren ein großes Potential hat, aber auch viele Gefahren und ethische und rechtliche Fragen birgt.

Donnerstag, 30. Juni 2016

Gefahren für Senioren im Internet

http://www.senioren-auf-draht.sozialnetz.de/aw/seniorenundinternet/Das_Internet/~bhu/Gefahren/

Für Senioren ist das Internet oft undurchsichtig und unüberschaubar, da sie nicht den Vorteil der heutigen Kinder und Jugendlichen besitzen, die als "digital natives" mit den digitalen Medien aufgewachsen sind. So bestehen Gefahren für Senioren im Internet z.B. in Programmen, die entweder ihre Daten ausspionieren oder ihren Computer manipulieren können. Um dies zu verhindern und das Surfen im Internet und das Benutzen von PCs für Senioren sicherer zu machen, hat die Landesseniorenvertretung Hessen hierzu vier Grundregeln sowie ein Merkblatt erstellt. Die Grundregeln sind folgende:
  1. Die Senioren sollen einen aktuellen Virenscanner nutzen.
  2. Sie sollen die Firewall von Betriebssystem und / oder des Routers aktivieren.
  3. Ebenso sollen sie das Betriebssystem aktualisieren und am Besten einrichten, dass es automatisch aktualisiert wird.
  4. Sie sollen zum Surfen niemals ein Benutzerkonto nutzen, mit dem das Recht verbunden ist, den PC zu administrieren.
Das Merkblatt enthält zahlreiche wichtige und nützliche Tipps für Senioren im Internet, hier einige Beispiel:
  • Nicht an Sicherheit sparen, vor der ersten Internet-Sitzung ein Anti-Viren-Programm und eine Firewall installieren, welche automatisch aktualisiert werden. Auch Datenträger wie CDs oder USB-Sticks vor der Nutzung auf Viren prüfen.
  • Gesundes Misstrauen, um E-Mails von Unbekannten nicht zu öffnen, ebenso wie verdächtige Dateien. Auch wenn diese von Kreditinstituten stammen und die Kontonummer angefordert wird, dies würden Banken nie tun. 
  • Bei seriösen Shops bestellen und sicher bezahlen, sofern diese klare Geschäftsbedingungen (AGB) und ein Impressum mit Nennung des Geschäftsführers und der Anschrift besitzen.
Zum Schluss verweist die Internetseite auf das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), welches unter www.bsi-fuer-buerger.de ein Sicherheitsportal eingerichtet hat, wo sich die Senioren ausführlich über die gefahrlose Nutzung des Internets informieren können.

Unwissenheit schützt nicht vor negativen Konsequenzen

„Hitzefrei, keine Hausaufgaben, juhu. Meine beste Freundin Sina hat auch schon aus. Ich fahre gleich mit dem Fahrrad zu ihr und erkundige mich, ob sie Lust hat, ins Freibad zu gehen. Schade, bei Sina öffnet niemand die Haustüre, dann fahre ich schnell zu Rebecca, vielleicht hat sie Zeit. Doch auch Rebecca ist nicht da. Ein wenig niedergeschlagen schiebe ich mein Fahrrad nach Hause. Auf dem Weg hole ich mir noch schnell eine Limo beim Bäcker. Ich traue meinen Augen nicht, Sina und Rebecca sitzen neben Ihren Fahrrädern vor dem Bäcker. So ein Zufall, wir hatten alle die gleiche Idee und haben uns wohl alle verpasst. Schnell fahren wir nach Hause, um unsere Schwimmsachen zu holen und dann ab ins Freibad. Davor schreibe ich meiner Mutter noch eine Notiz, wo ich bin und dass sie ohne mich zu Abend essen sollen, das wird ihr nicht gefallen aber schließlich konnte ich sie nicht um Erlaubnis fragen.“

Wenn wir diese kurze Geschichte lesen, überlegen wir an einigen Stellen: Warum haben sich die Freundinnen keine WhatsApp oder SMS geschrieben? Warum fragt die Ich-Erzählerin nicht bei ihrer Mutter per WhatsApp oder SMS nach, ob es in Ordnung ist, dass sie ins Freibad geht? Eine solche Vorgehensweise ist in unserer „digitalen Welt“ beziehungsweise in unserer „Web 2.0 Gesellschaft“ sehr untypisch.

Das Smartphone wird immer früher relevant und der Zugang zur „Web 2.0 Welt“ unerlässlich. Das heißt, immer früher wenden wir uns dem Web 2.0 zu, um up-to-date zu sein, denn wo die nächste Party stattfindet, wer als nächstes Geburtstag hat, wo sich jemand an diesem Tag zu welcher Uhrzeit aufhält, verraten uns oft die Social Media Einträge unserer Freunde.

Häufig erstellen Jugendliche ein User-Konto bei Social Media Plattformen wie zum Beispiel Facebook, indem sie ihr Geburtsdatum verfälschen. Die Gefahr sehen hierbei viele darin, dass es den Usern nicht klar ist, dass sie private Dinge ins Internet stellen, welche das Internet nicht mehr vergessen wird. Es liegt einerseits eine Unwissenheit, anderseits eine fehlende Aufklärung vor, welche schon des öfteren fatale Auswirkungen hatten.

Ein Beispiel hierfür sind Geburtstagseinladungen, welche privat und somit nur für den eigenen Freundeskreis sichtbar gepostet hätten werden sollen. Letztlich wurden sie jedoch aufgrund von Unwissen über die richtigen Einstellungen öffentlich und dadurch für jedermann sichtbar gepostet. Mehrere Tausend Menschen machten sich auf den Weg, um den betreffenden Geburtstag zu feiern und konnten nur durch die Polizei gestoppt werden.

Der Leitsatz "Unwissenheit schützt vor Strafe nicht" könnte hier umformuliert werden in „Unwissenheit schützt nicht vor negativen Konsequenzen“. Kinder und Jugendliche sollten mit den Gefahren des Web 2.0 vertraut gemacht werden, um ein Gespür für verantwortungsvolles Handeln im Internet zu entwickeln.

Klicksafe.de – die EU-Initiative für mehr Sicherheit im Netz

Klicksafe setzt sich für die Förderung der Medienkompetenz im Umgang mit neuen Medien ein. Klicksafe arbeitet im Auftrag der Europäischen Kommission. 1999 wurde von der EU das „Safer Internet Programme“ gestartet, welches sich für die Förderung der Nutzung moderner Kommunikationsmittel sowie für den Schutz der Verbraucher vor unerwünschten, illegalen bzw. schädlichen Inhalten im Netz einsetzt. In der Zwischenzeit wurde das Programm immer wieder verlängert.

Mittlerweile wird das „Safer Internet Programme“ in 31 europäischen Ländern durch sogenannte „Safer Internet Centres“ durchgesetzt. Nach den EU-Maßgaben beinhalten diese Center neben der Förderung der Medienkompetenz und Sensibilisierung im Internet auch eine Meldestelle für illegale Inhalte sowie eine Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche, Eltern und Lehrer.

In Deutschland setzt der Verbund „Saferinternet DE“ das Programm durch. Neben klicksafe gehören auch die Internet-Hotlines internet-beschwerdestelle.de, jugendschutz.net sowie das Kinder- und Jugendtelefon „Nummer gegen Kummer“ zu dem Verbund. Klicksafe ist ein gemeinsames Projekt der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz (LMK) sowie der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM).

Durch klicksafe soll eine sichere Nutzung des Internets durch Kinder und Jugendliche ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden. Neben den Kindern und Jugendlichen sollen durch „klicksafe“ aber auch Eltern, Lehrer, Erzieher, Jugendbetreuer und Sozialpädagogen sowie Organisationen, Institutionen und Unternehmen sowie Betreiber von Internetseiten informiert werden.

Auf der Website klicksafe.de bekommt man Informationen über wichtige Sicherheits- und Verbraucherthemen im Netz (Bsp.: problematische Inhalte im Netz, Chatten, Instand Messaging, Mobilfunk). Neben einer kurzen Erklärung gibt es praktische Tipps, auf was geachtet werden sollte. Des Weiteren gibt es weiterführende Links, die zusätzliche Informationen zu den Themen enthalten. Einmal im Jahr gibt es einen weltweiten Aktionstag, den „Safer Internet Day“. Durch diesen soll auf das Thema Sicherheit im Internet aufmerksam gemacht werden.

Auf der Website gibt es eine große Anzahl von Materialien zu verschiedenen Themen, die heruntergeladen oder bestellt werden können. Hierbei wird differenziert zwischen Kindern, Eltern, Lehrkräften etc. Viele Broschüren, die bestellt oder heruntergeladen werden können, sind auch in weiteren Sprachen, wie beispielsweise polnisch oder türkisch verfügbar: http://www.klicksafe.de

Das Digitale Manifest

Die Digitalisierung unserer Gesellschaft schreitet immer mehr voran. Im Zuge dieser Entwicklung stellen sich immer mehr Fragen zum Umgang mit Big Data, Nudging, Filter Bubble und Co. Es rückt immer mehr die Frage nach einer Ethik des Digitalen und der Algorithmen ins Zentrum dieser Debatte.

Am 12.11.2015 veröffentlichte die Wissenschaftszeitschrift Gehirn und Geist das Digitale Manifest. In ihm haben namhafte Wissenschaftler 7 Grundprinzipien entworfen, die einen Rahmen im Umgang mit der zunehmenden Digitalisierung bieten. Das Manifest kann durch den folgenden Link abgerufen werden: Digitales Manifest Spektrum Wissenschaft

www.elbpresse.de, Hacker - Hacking - Lupe von Nullen und Einsen
- BIG DATA - Blau, CC BY-SA 4.0
    

Klicksafe.de - – eine EU-Initiative für mehr Sicherheit im Netz

klicksafe.de - Die EU-Initiative für mehr Sicherheit im NetzAuf der von der EU geförderten Internetseite „klicksafe.de“ gibt es ein Lehrerhandbuch „Knowhow für junge User“. Darin wird auf verschiedene Elemente des Webs eingegangen, zum Beispiel auf Suchmaschinen, Rechte und Gesetze und auf den Schutz im Internet.

Das Handbuch ist klar gegliedert in 9 Bausteine. Zu Beginn der Bausteine gibt es einen theoretischen Input zu dem Thema, anschließend werden Links und andere Informationsquellen aufgeführt, die für eine weitere Beschäftigung mit dem Thema sehr hilfreich sind. Danach sind immer mindestens zwei Arbeitsblätter dargestellt, die Lehrende an Schulen verwenden können, um das Thema mit ihrer Klasse zu erarbeiten.

Am Anfang der Arbeitsblätter steht immer die untenstehende Tabelle, die es den Lehrenden erlaubt, zwischen einer schwierigeren und einer leichteren Aufgabe zu wählen (zwei Pfeile bedeutet schwer, einer leicht). Da ebenso die Zeit, die die Aufgabe ungefähr in Anspruch nehmen wird, und das benötigte Material angegeben sind, erleichtert dieses Handbuch die Vorbereitung einer Unterrichtssequenz zum Thema „Gefahren im Internet“ sehr. Die Aufgaben sind außerdem sehr abwechslungsreich und das Ziel des Unterrichtsabschnitts ist klar ersichtlich.

Die Seite, von der aus ihr das Handbuch herunterladen könnte, findet ihr hier...

Wie sicher ist dein Passwort?

www.elbpresse.de, Computer Security Symbol - Passwort (grün), CC BY-SA 4.0

Auf vielen Webseiten benötigen selbst Kinder schon einen eigenen Zugang mit Benutzernamen und Passwort. Aber welche Passwörter sind wirklich sicher und woher weiß man, ob diese so sicher sind, wie man denkt?
 
Die folgenden zwei Anwendungen sollen bei der Suche nach einem sicheren Passwort helfen.
 
Der "Passwort-Schlüssel-Automat" ist eines der Angebote des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend "Surfen ohne Risiko". Er unterstützt die User dabei, einen Schlüssel zur Codierung ihres Passwortes zu erstellen. Mit einer verständlichen Anleitung sowie Tipps, Tricks, Lehrerhandzettel, Beispielen und Übungen wird hier bei der Suche nach einem sicheren Passwort Hilfestellung geleistet.
 
Und woher weiß man, wie sicher ein Passwort tatsächlich ist? Um diese Frage zu beantworten, kann die Website "CheckdeinPasswort" herangezogen werden. Diese Website ist ein nicht-kommerzieller Informationsservice. Die Sicherheit des Passwortes wird mit einem Algorithmus berechnet, der unter anderem Informationsquellen wie die häufigsten Vor- und Nachnamen heranzieht. CheckDeinPasswort speichert keinerlei Daten und ist für Benutzer unbedenklich.
 
Passwort gefunden? Passwort für sicher erklärt? Dann kann es ja losgehen...

Gefahren im Netz

Gefahren im Netz gibt es viele - Abofalle, Abzocke, Verletzung der Urheberrechte etc. Es existieren jedoch noch ganz andere Gefahren, die Cybermobbing fördern und unser Rechtssystem auf eine echte Probe stellen.

Facebook und Co. - ein Klick und schon ist der Post öffentlich und kann gleich von tausenden Usern gelesen und geteilt werden. So verbreiten sich Nachrichten rasend schnell, doch das ist nicht immer ein Segen. Besonders Communities wie Facebook sind noch optimierbar, wenn es um die Entfernung unangemessener Inhalte geht.

Das Internet bietet die Möglichkeit sich Anderen schnell mitzuteilen und seine Meinung offen kundzutun. Dass diese Meinungsfreiheit auch Grenzen hat, ist vielen nicht bewusst. Und der Spruch: "Meine Freiheit endet dort, wo die Freiheit des anderen beginnt", ist wohl nicht der Leitsatz eines Jeden.

Das Problem liegt darin, dass Inhalte, die eine andere Person beleidigen, bedrohen oder gar andere auffordern, dieser Person zu schaden, nicht entfernt werden und es zu richtigen Hetzen im Internet kommt. Wo ist die Grenze zwischen Shitstorm und Hetze? Wo hört Meinungsfreiheit auf und fängt die Würde des anderen an?

Diese Fragen sind nicht einfach zu beantworten, aber natürlich gibt es Gesetze, die die Rechte festhalten. Nur sind diese Rechte auch im Netz anwendbar?

Wenn man einige Kommentare liest, dann glaubt man tatsächlich, dass einige Menschen komplett den Bezug zu den Worten verloren haben, die sie da veröffentlichen. Es muss Regeln geben, auch im Netz, und man sollte über diese Rechte informiert sein.

Die Gefahr besteht darin, dass Menschen, die die Rechte der Anderen absichtlich und wiederholt missachten, davonkommen und das Internet bzw. Facebook als rechtsfreier Raum wahrgenommen wird, in dem man beleidigen, drohen, mobben und hetzen kann, ohne dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden.

Das folgende Video befasst sich mit eben diesen Tatsachen und stellt einige Konsequenzen vor, die bereits getroffen wurden, um diese Gefahr einzudämmen: http://www.heute.de/hasskommentare-bei-facebook-und-co-justizminister-heiko-maas-kaempft-gegen-hetze-im-netz-43042576.html

Mittwoch, 29. Juni 2016

Frag Barbara! Elternratgeber für den Alltag im Internet

Der Elternratgeber Frag Barbara ist ein Angebot der östereichischen Initiative Saferinternet.at, welches vor allem Kinder, Jugendliche, Eltern und Lehrende beim sicheren, kompetenten und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien unterstützt. In diesem Elternratgeber wird versucht, auf die Herausforderungen bei der Erziehung im Zeitalter von Internet und Handy einzugehen.

Sollten Eltern Fragen zu diesem Themenfeld haben, können sie einfach eine E-Mail an
office@saferinternet.at mit dem Betreff "Frag Barbara!" senden. Diese Frage wird dann in einem Video beantwortet.



Die Videos selbst sind in einem "Retro Design" gehalten, in den Filmen wird der Einsatz digitaler Medien relativ gering gehalten, so werden die Fragen beispielsweise mit Hilfe von Stichpunktkarten beantwortet. Die Zielgruppe dieser Videos ist ja schließlich auch die Gruppe der sogenannten digital immigrants, nicht die der digital natives...

Links: Die Initiative Saferinternet.at  -  Youtube Channel Frag Barbara!

Knuddel - Ein Paradies für Pädophile, die im Internet Jagd auf Kinder machen?

„Lass dir von Unbekannten keine Süßigkeiten oder Spielzeuge schenken!“, oder: „Steig niemals bei Fremden ins Auto!“ Solche Sätze hören Kinder oft. Ihre Eltern wollen so verhindern, dass sie Opfer einer Gewalttat werden.

„Rede nicht mit fremden Leuten in Chatrooms!“, wird Kindern hingegen seltener gesagt. Dabei suchen sich Pädophile heute genau dort ihre Opfer, machen sie neugierig, überreden sie zu einem Treffen. Was Kinder so treiben, wenn sie alleine im Internet surfen, und wen sie dort treffen, wissen viele Eltern nicht.

Warum Pädophile es im Internet so leicht haben, an ein Opfer zu gelangen, hat viele Gründe. Zum einen sind Chatrooms wie beispielsweise knuddels.de (https://www.knuddels.de/) noch immer anonyme Orte, an denen jeder sich für jemand anderes ausgeben kann. Oder auch man selbst bleiben kann.

Laut Experten für sexuelle Gewalt gegen Kinder im Internet, gilt Knuddels schon lange als Geheimtipp in der Pädosexuellen Szene. In der Anonymität des Internets kennen Täter keine Tabus. Ein Kind online anzusprechen, ist eben doch viel einfacher, als einen Übergriff auf dem Spielplatz zu riskieren.

Knuddels ist ein webbasierter Online-Dienst, der im Wesentlichen einen Chat für Personen ab 14 Jahren anbietet. Für die Nutzung des Systems bedarf es einer Registrierung unter einem feststehenden Nicknamen unter Angabe einer gültigen Mailadresse. Bis Februar 2010 waren ca. 4,1 Mio. Mitglieder registriert. Knuddels bezeichnet sich selbst als eine „Chat-Community“ für mittlerweile vorwiegend junge Erwachsene, ihr Marktgebiet ist vorwiegend der deutschsprachige Raum.

Innerhalb des Angebots kann man – neben dem Chatten – an Spielen und Wettbewerben teilnehmen. Darüber hinaus steht ein Forum und eine Fotogalerie zur Verfügung. Besonders aktive Chatter erhalten nach einiger Zeit eine Homepage und ein Gästebuch. Mehrmals im Jahr werden Chattertreffen organisiert, an denen interessierte Mitglieder teilnehmen können.

Für die Nutzer des gesamten Chats stehen verschiedene Chaträume zur Verfügung. Diese haben thematische Bezeichnungen (beispielsweise Hausaufgaben, Liebe, Berlin Marzahn, Flirt 18+, Mafia2) und geben damit in der Regel eine inhaltliche Schwerpunktsetzung. Dabei kann grundsätzlich zwischen den Kategorien Under 18, Over 20, Thementalk, Games, Flirt, Lokalrunde, Card Games und Top MyChannels unterschieden werden. In einigen Chaträumen gibt es Altersbegrenzungen nach oben oder nach unten.

Damit wird versucht, einerseits Heranwachsenden und Erwachsenen ein jeweils voneinander ungestörtes Chatten zu ermöglichen, andererseits aber auch die Gesprächsinhalte altersgemäß zu trennen. Diese Altersbeschränkungen werden über das im Profil hinterlegte Alter überprüft.

Kritiker warnen, dass die Suchtgefahr von Knuddels im Vergleich zu anderen Chats höher sei, da es sich nicht nur um eine gewöhnliche Kommunikationsmöglichkeit handele, sondern „eine eigene Gesellschaft aufgebaut“ werde.

Wie bei anderen Chatangeboten existiert auch bei Knuddels die Gefahr, dass erwachsene Personen die Plattform zum Kontaktaufbau zu Heranwachsenden ausnutzen. Im Jahr 2010 gab es ein Urteil wegen Mordes und Körperverletzung gegen einen damals 27-jährigen Mann, der seine Opfer über die Plattform Knuddels.de kennengelernt hatte.

Täter finden bei Knuddel ganz leicht das für sie passende Opfer. Haben sie erst einmal bei einem Kind Interesse geweckt, versuchen sie es auf eine andere Plattform umzuleiten, etwa in ein Chatprogramm wie Skype, MSN oder ICQ. Dort greifen auch die eigentlich lächerlichen Sicherheitsprogramme der Chatrooms nicht mehr und die Täter haben freie Bahn.

Einige Täter kennen dann schon kein Halten mehr, schicken Fotos und Videos von sich selbst und ihren Geschlechtsteilen und fordern die Kinder zu sexuellen Handlungen auf. Schlimmer noch sind aber die Pädophilen, die das Kind erst emotional an sich binden, ihm oder ihr (2/3 der Betroffenen sind Mädchen) Freundschaft vorgaukeln und Versprechen abnötigen, um diese Freundschaft nicht zu zerstören. Im extremsten Fall fordern sie das Kind zu einem Treffen auf, von dem die Eltern natürlich nichts erfahren dürfen.

Doch was sollen Eltern tun? Das Chatten ist für jüngere Generationen nicht mehr wegzudenken, vielleicht ist es sogar das wichtigste Kommunikationsmittel überhaupt. Wir raten dazu, auf jeden Fall Plattformen wie Knuddels, die sich zum „Frischfleisch ziehen“ bestens eignen, ganz zu meiden. Solche Chatportale sollten, gerade für noch sehr junge Heranwachsende, komplett verboten werden.

Eine gute Alternative wäre zum Beispiel der Instantmessanger „ICQ“, bei dem man praktisch keine neuen Kontakte kennenlernt, sondern konkret Freunde und Bekannte mittels einer ICQ-Nummer hinzufügt. Hier rät medienbewusst.de Eltern, die Freundesliste ihres Kindes ab und an durchzuschauen, ob sich auch wirklich nur bekannte Freunde aus der Schule oder dem Sportverein auf der Liste befinden.

Dennoch können und sollen Eltern ihre Kinder niemals allumfassend beim Surfen oder Chatten kontrollieren, der richtige Chat und eine umfassende Aufklärung über die Problematik kann jedoch schon einiges bewirken.